Montag, 25. September 2017

Daily Navigator: Union trotz Verlusten stärkste Partei, Linke und Grüne mit leichten Gewinnen - Kommt Jamaika?

der 19. Deutsche Bundestag ist gewählt und wir schauen auch im Navigator auf Ergebnisse, Reaktionen und Analysen: Union und SPD verlieren deutlich, die rechte AfD kommt auf rund 13 Prozent und zieht als drittstärkste Partei in den Bundestag. Wir wagen einen ersten kleinen Überblick, was die Probleme einer möglichen Jamaika-Koalition sein könnten. Allerdings deutete Kanzlerin Angela Merkel gestern bereits an, dass sich die Koalitionsgespräche möglicherweise bis Ende des Jahres hinziehen könnten. Als recht sicher gilt, dass vor der Niedersachsenwahl in drei Wochen keine deutlichen Koalitionsaussagen zu hören sein werden.

Am Rande blicken wir zudem auf ein weiteres Naturthema: Die gut drei Millionen Menschen auf Puerto Rico sind nach Hurrikan Maria vermutlich noch monatelang ohne Strom.

Wieder mehr andere Themen, aber auch mehr Analysen zur Wahl und den Reaktionen darauf haben wir auch morgen wieder dabei. Bis dahin!

Das Team vom Navigator.

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#btw17 I – Union größte Fraktion, AfD stark, Grüne kleinste Fraktion

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Bei der Bundestagswahl bleibt die Union unter großen Verlusten stärkste Kraft und kommt laut ARD-Hochrechnung um 2 Uhr auf 32,8 Prozent. Die SPD liegt bei 20,4 Prozent, der schlechteste Wert seit dem Zweiten Weltkrieg. Die AfD kommt erstmals in den Bundestag und gewann 13,0 Prozent aller Stimmen, in Sachsen ist sie sogar stärkste Partei. Die FDP kann mit 10,7 Prozent ihr letztes Ergebnis mehr als verdoppeln. Es folgen Linke mit 9,1 Prozent und Grüne mit 9,0 Prozent. Einen Überblick aller Ergebnisse gibt es bei wahlrecht.de.

Ergebnistabelle, 3 Minuten Lesezeit

#btw17 II – Schulz will Aus für Große Koalition: Kommt Jamaika?

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Früh am Wahlabend kündigte Martin Schulz an, dass er der SPD ein Ende der Großen Koalition empfehlen werde. Obwohl es für Schwarz-Rot weiter zu einer Mehrheit reichen würde, bleiben Angela Merkel damit nur Gespräche mit FDP und Grünen. In Interviews und Talkrunden gestern mühten sich unter anderem Joachim Herrmann von der CSU und FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner weiter, diese Option als schwer vorstellbar hinzustellen. Schon im Vorfeld galten unter anderem die Unterschiede beim Thema Verkaufsverbot für Benzin- und Dieselfahrzeuge ab 2030 als kaum überbrückbar. Auch in der Flüchtlingspolitik liegen beide weit auseinander. Eine Kurzanalyse hat der BR.

Kurzanalyse, 2 Minuten Lesezeit

#btw17 III – Keine Mehrheit mehr im Parlament für linkes Lager

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Parteien links der Mitte haben im Deutschen Bundestag keine Mehrheit mehr: SPD, Linke und Grüne kommen nur noch auf rund 290 von etwa 710 Sitzen im Bundestag – das entspricht circa 40 Prozent aller Abgeordneten. Im letzten Bundestag stellten sie noch 51 Prozent der Parlamentarier. Der Abstieg liegt vor allem am Einzug von sechs statt vier Parteien und den hohen SPD-Verlusten. Grüne und Linke konnten dagegen leicht zulegen: Besonders Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir führten ihre Partei zu einem besseren Ergebnis als zuletzt vorhergesagt. Schon nächsten Samstag könnte ein kleiner Parteitag grünes Licht für Sondierungsgespräche geben, schreibt der Tagesspiegel in einer Analyse zum Ergebnis der Partei.

Analyse, 4 Minuten Lesezeit

#btw17 IV – Ergebnisse der Parteien mit Umweltschwerpunkt

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Neben den leichten Zugewinnen für Linke und Grüne konnten auch bei den Kleinstparteien die Gruppierungen mit Umweltschwerpunkt zulegen. Größter Gewinner der Kleinen war die Tierschutzpartei: Nach Auszählung von 297 von 299 Wahlkreisen um 2:57 Uhr sah es so aus, als hätte sie ihr Ergebnis fast verdreifacht. Sie kommt nun auf über 370.000 Stimmen und 0,8 Prozent, ein Plus von 0,5 Prozentpunkten. Die ÖDP bleibt bei 0,3 Prozent, konnte aber in absoluten Zahlen auch Stimmen hinzugewinnen. Die V-Partei³ kommt mit über 63.000 Stimmen auf 0,1 Prozent. Die Tierschutzallianz erzielte ebenfalls 0,1 Prozent. Die Magdeburger Gartenpartei errang mehr als 5.000 Stimmen, gerundet sind das jedoch 0,0 Prozent. Weitere Details hat der Bundeswahlleiter.

Ergebnistabelle, 3 Minuten Lesezeit

#btw17 V – Kommentar: AfD-Erfolg durch ängstliche Mitte

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Schnell hat es am Wahlabend die ersten Erklärungsversuche des Ergebnisses gegeben. Einen der ausgewogensten Artikel liefert Christian Bangel für Zeit Online. Seine These: Erst das Fehlen einer stolzen und weltgewandten bürgerlichen Mitte hat den Erfolg der AfD ermöglicht. „Doch während immer neue Apokalyptiker eine Mehrheit der Islamskeptiker und Merkel-Gegner herbeiredeten, waren linke bis liberale Politiker spätestens seit der Kölner Silvesternacht von Vorsicht, ja sogar Angst gelähmt, als Salonlinke ohne Bezug zur normalen Bevölkerung abgestempelt zu werden.“

Kommentar, 6 Minuten Lesezeit

Puerto Rico nach Hurrikan Maria weiter ohne Strom

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Nahezu alle der rund 3,4 Millionen Einwohner auf Puerto Rico sind nach dem Hurrikan Maria in der vergangenen Woche weiter ohne Strom. Nur ein Viertel der Menschen kann mit Trinkwasser versorgt werden, Hunderttausende warten weiter darauf, dass Helfer überhaupt zu ihnen durchdringen. Bis zu 70.000 Menschen könnten zudem vom möglichen Bruch eines Staudamms betroffen sein, fasst tagesschau.de zusammen.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit

Menschen am Montag: Die kleinen Leute

Sie sind auch gestern umkämpft gewesen: die kleinen Leute. Was aber wollen sie wirklich? Und was bewegt sie? Man könnte sie ja mal selbst fragen.

Die Zeit hat in ihrer Rubrik „Am Abendbrottisch mit...“ vier Menschen eingeladen, die einen Beruf ausüben, den viele zu „den kleinen Leuten“ zählen würden: einen Kfz-Mechaniker, einen Dachdecker, eine Kellnerin und eine Altenpflegerin. Dabei gab es längst nicht nur AfD-getränkte Ressentiments zu hören. Für das lesenswerte Gesprächsprotokoll ist eine Registrierung mit E-Mail-Adresse nötig, aber es ist kostenlos.

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